Gestern ging eine geführte Wanderreise mit rüstigen Mitgliedern der Sektion Interlaken des Schweizer Alpinclubs (SAC) zu Ende. Wir haben viel miteinander gesprochen und voneinander gelernt. Die Gäste aus der Schweiz waren begeistert von der pittoresken Felsenlandschaft und der Natur der Sächsisch-Böhmischen Schweiz. So etwas hatten sie noch nie gesehen und so weit im Osten waren sie auch noch nicht. Da war es nahe liegend, dass sie auch viele Fragen zum Leben in der DDR und im vereinigten Deutschland hatten, die aus erster Hand beantwortet werden konnten.

Auch ich habe viel in dieser Woche gelernt. Zum Beispiel, wie Demokratie in der mehrsprachigen Schweiz funktioniert und wie Menschen dort unterschiedliche Interessen verhandeln. In besonderer Erinnerung bleibt mir der „Schweizer Schritt“, der mit diesem italienischen Sprichwort beschrieben wird: „Chi va piano, va sano e va lontano.“. Wörtlich auf deutsch übersetzt bedeutet das: «Wer langsam geht, geht sicher und kommt weit.». Das ist die Kurzfassung. Die Langfassung lautet: «Chi va piano va sano e va lontano. Chi va forte va incontro alla morte.», also so viel wie «Wer langsam geht, schreitet stetig voran und kommt dabei weit. Wer schnell geht, geht dem Tod entgegen». Wir haben den „Schweizer Schritt“ eine Woche lang praktiziert.
Krönender Abschluss am Samstag: die Schlusseinkehr im Dorf Sneznik/Schneeberg! Ria fiel dazu der folgende flotte Spruch ein: „Ein sächsischer Schweizer kehrt mit Schweizern in der Böhmischen Schweiz in den Schweizerhof ein“. Mehr Schweiz ging nicht.;-)

Danke für eure Geduld mit einem Guide, der ab und zu gern etwas schneller gegangen wäre und für die vielen interessanten Gespräche! Kommt gut (und pünktlich) mit der Deutschen Bahn zurück in die Schweiz und jederzeit gern wieder hierher! Beim nächsten Mal gehen wir vielleicht noch etwas weiter nach Osten.

