Gestern stand wiedermal eine Tour durch die Dresdner Heide auf dem Plan. Sie ist Dresdens Klimaanlage, Sauerstoffproduzentin und seit mehr als 13 Jahren Heimat einer munteren Biberpopulation. Biber mitten im Wald? Es sind vermutlich Einwanderer aus einem Teichgebiet im Schönfelder Hochland, die sich den Lebensraum entlang des Flusses Priessnitz erschlossen haben.

Erste Anwesenheitsspuren in Form angeknabberter Bäume entdeckten wir während eines Sonntagsspaziergangs im Jahr 2012. Wiederholte Besuche an jenen Stellen bestätigten, dass es sich um Biberspuren handelte und mindestens 1 Tier heimisch geworden war. Im Jahr 2013 veranstaltete ich für den Verein Natur- und Landschaftsführer Sachsen e.V. eine Exkursion unter dem Motto „Weiches Holz und harte Zähne: Auf den Spuren des Heidebibers“. Die örtliche Presse veröffentlichte den Veranstaltungshinweis und mehr als 50 Interessierte fanden sich am Treffpunkt ein. Darunter waren auch Mitglieder großer Naturschutzvereine, die sichtlich überrascht vom Vorkommen des Bibers in der Heide schienen.

Seitdem statten wir bei fast jeder Heidetour dem Biber einen Besuch ab. Zwischenzeitlich sah es so aus, als ob er seinen Lebensraum aufgegeben hätte: keine frischen Fraßspuren mehr, der Biberdamm war durchbrochen und die Waldwiese nicht mehr vernässt. Jetzt ist das wieder anders. Der Damm besteht wieder, die Fraßspuren sind frisch und zahlreich und die Wiese steht wieder unter Wasser. Die Arbeitsnachweise des Bibers sind nicht zu übersehen. Nur den tierischen Baumeister haben wir noch nie beobachten können.

