Oft ist zu hören: „Wanderleiterlehrgang? Wozu brauche ich das? Wanderungen kann doch Jeder führen.“ Abgesehen davon, dass wirklich nicht Jede(r) jede Wanderung führen kann, gibt es ganz unterschiedliche Arten und Formen des Wanderns. Die freie Enzyklopädie Wikipedia listet aktuell 20 davon mit verschiedenen Unterarten auf – siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Wandern .
Bergwandern erfordert andere Kompetenzen als Pilgern oder Wallfahren. Nacktwandern ist etwas grundsätzlich anderes als Speedhiking und Schneeschuhwandern unterscheidet sich von spirituellem oder meditativen Wandern. Manche Wanderungen zielen darauf ab, möglichst viele Teilnehmende für Langstrecken bis 100 km zu motivieren, andere praktizieren eher geselliges, unterhaltsames Wandern für Familien. Eine besondere Form des Wanderns ist das Bildungswandern. Wikipedia beschreibt es so: „Zum Bildungswandern zählen auch geführte Wanderungen durch zertifizierte Wander-, Natur-, Stadt-, Berg- oder Wattführer. Auf geführten Wanderungen werden nicht nur die Eigenarten der Landschaft einer Region sowie deren Geschichte vermittelt. Verkleidete Wanderführer verstärken das Bildungserlebnis und sind gleichzeitig Aushängeschilder für eine Tourismusregion, werden also auch gezielt für die Vermarktung eingesetzt. Wanderführer bieten oft Pauschalangebote an, die Unterbringung, Verköstigung und über die vom Führer durchgeführten Wanderungen hinausgehende Angebote enthalten. Gruppen und Einzelwanderer, die diese Leistungen in Anspruch nehmen, müssen sich um die Organisation ihrer Wanderung nicht selbst kümmern und brauchen nicht einmal eine Wanderkarte.“
Jede Form verlangt andere Kompetenzen von wanderleitenden Personen. Eins haben aber alle Arten und Formen des Wanderns gemeinsam: Wandern ist vom Grundansatz her sozial, wenn es von mehreren Personen gemeinsam ausgeübt wird.

Die NaturFreunde Deutschlands e.V. – Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur – praktizieren zum Beispiel seit ihrer Gründung 1905 eine besondere Form des Wanderns: das soziale Wandern. Dazu gehört nicht nur Muskelbewegung, Start und Ziel, sondern auch die aktive Auseinandersetzung mit der Natur und Kultur der durchwanderten Landschaft. Soziales Wandern ist eine Form des Bildungswanderns. Dafür braucht es gut ausgebildete und motivierte Wanderleiter*innen mit vielfältigen Handlungs- und Gestaltungenkompetenzen.

Interessierte Mitglieder und Gäste können das in einem Kompaktlehrgang mit abschließender theoretischer und praktischer Prüfung lernen. Vom 19.-26.04.2026 trafen sich 14 engagierte Mitglieder im Naturschutzgebiet Laachersee in der Osteifel zu einem Ausbildungs- und Prüfungslehrgang. Alle haben die nicht immer leichten Aufgaben und Prüfungen mit Bravour bewältigt und konnten am Samstagabend am Lagerfeuer mit Klampfe, Gesang, Freibier, Wein und alkoholfreien Getränken ihre frisch erworbene Lizenz feiern. Herzlichen Glückwunsch an Alle!






















