Alle Artikel von Ralf

Natursaxe® unterwegs zu digitaler Souveränität

So wie auf dem Titelfoto wird es auf meinem PC nicht mehr aussehen. Der läuft jetzt unter Linux Mint – und zwar wie geschmiert. Microsoft ist Vergangenheit. Vergangenheit sind auch Facebook, Google Workspace, Whatsapp, Zoom und Webex. Noch nicht ganz vorbei ist die Zeit von Android auf dem Smartphone. Aber wenn es mal einen vollwertigen Ersatz gibt…

Durch den Verzicht auf o.g. Software hat sich auch die Kommunikationsbasis verändert. Allein durch das Löschen des Whatsapp- Kontos ist die Verbindung zu rund 50% meiner Kontakte auf diesem Kanal weggebrochen. Nicht alle werden es sofort merken. Manche erst, wenn sie ein Anliegen haben. Zum Glück gibt es Alternativen und Bewährtes. Per E-Mail und Telefon hat sich nichts geändert. Erreichbar bin ich auch weiterhin über Threema und Signal. Einen neuen Kanal habe ich auf Matrix eröffnet – siehe Impressum.

Warum dieser Wechsel? Weil es bringt praktisch nichts bringt, immer nur über die Möglichkeiten digitaler Souveränität und Resilienz zu philosophieren. Nachdem Behörden eines großen Landes jenseits des Atlantiks einem Juristen am Europäischen Gerichtshof den Zugang zu seinem Outlook- Konto und seiner Kreditkarte gesperrt haben – oder Microsoft und die Kartenfirma darum „baten“, wurde es höchste Zeit für alternatives Handeln. Vom Nachdenken und Reden ins Handeln kommen, lautet die persönliche Entscheidung. Das war einfacher als gedacht, auch wenn Zeit für die Umgewöhnung erforderlich ist. Doch der eingeschlagene Weg zu digitaler Souveränität und Resilienz gibt ein gutes Gefühl, auch wenn das Ziel noch nicht hundertprozentig erreicht ist.

Jahrestreffen der Zerifizierten Nationalparkführer*innen Sächsische Schweiz 2026

Es ist mittlerweile eine gut gepflegte Tradition, das alljährliche Treffen der Zertifizierten Nationalparkführer*innen (ZNF) Sächsische Schweiz mit der Nationalpark- und Forstverwaltung. Am 04.02.2026 trafen sich mehr als 30 ZNF im Nationalparkzentrum Bad Schandau mit Jens Posthoff, langjähriger Betreuer und Begleiter der Zertifizierungskurse in der Verwaltung, und Astrid Scharf, Leiterin des Fachbereiches 1. In einem temperamentvoll vorgetragenen Beitrag berichtete Frau Scharf über den außergewöhnlichen Artenreichtum im Bereich des Nationalparks und des Landschaftsschutzgebietes Sächsische Schweiz. Dabei wurde der Blick auch über die Grenze in die angrenzenden tschechischen Landschaftsschutzgebiete und den Nationalpark Böhmische Schweiz gerichtet. Wir lernten dabei, dass nicht nur zahlreiche, ehemals ausgestorbene Vogel-, Käfer- und Fledermausarten wieder heimisch wurden, sondern dass auch der Wolf zurückgekehrt ist. Natur kennt keine Staats,- Verwaltungs- und Sprachgrenzen. Interessant war auch der Nachweis, welchen Artenreichtum massenhaft abgestorbene Fichten beherbergen. Manche Besucher wenden sich beim Anblick der stehenden und liegenden Baumskelette desinteressiert ab. Dabei wäre ein Blick aus Nahdistanz, z.b. unter die verbliebenen Rindenschichten, durchaus lohnend. Totholz birgt Leben.

Im Anschluss an den Vortrag folgte eine mindestens ebenso lebhafte Diskussion über zahlreiche fachliche und organisatorische Themen. Das Fachtreffen gehört zur jährlichen Fortbildungspflicht für Zertifizierte Nationalparkführer*innen. Gäste durch die Nationalparkregion Sächsisch-Böhmische Schweiz zu führen ist eben sehr viel mehr, als eine Plakette und eine Lizenzkarte spazieren zu tragen.;-)

Freiübernachten im Nationalpark Sächsische Schweiz von Anfang Februar bis Mitte Juni untersagt

Wie bereits im Beitrag vom 03.12.2025 angekündigt, ist die geplante Neuregelung des Freiübernachtens (Boofen) im Nationalpark Sächsische Schweiz zum 01.02.2026 in Kraft getreten. Darüber informiert die Nationalpark- und Forstverwaltung wie folgt:

„Am ersten Februar trat das zeitweise Verbot des Freiübernachtens im Gebiet des Nationalparks Sächsische Schweiz wieder in Kraft. Bis zum 15. Juni ist zum Schutz der Natur das so genannte „Boofen“ untersagt. Die Regelung zum jährlichen zeitweisen Verbot, im Nationalpark Sächsische Schweiz im Freien zu übernachten, ist 2022 probeweise in Kraft getreten und gilt seit diesem Jahr auf zunächst unbestimmte Zeit. Mit einer entsprechenden Bekanntmachung hat das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft am 18.12.2025 die für den Nationalpark Sächsische Schweiz geltende Bergsportkonzeption im Abschnitt Freiübernachten überarbeitet.

Außerhalb dieses Zeitraums, also vom 16. Juni bis 31. Januar eines jeden Jahres, ist das Freiübernachten im Nationalpark nur an den 58 offiziell zugelassenen Stellen sowie nur in unmittelbarem Zusammenhang mit der Ausübung des Felskletterns erlaubt. Damit wird die Tradition der sächsischen Bergsteiger anerkannt. Voraussetzung ist ein besonders rücksichtsvolles Verhalten, insbesondere das Vermeiden von Lärm und Licht sowie von Müll und das Unterlassen von jeglichem offenen Feuer (inklusive Gaskocher, Fackeln, Kerzen) sowie von jeglichem Ausbau der Freiübernachtungsstellen.

Wir bitten alle Besucher des Nationalparks Sächsische Schweiz, sich an diese geltenden Regeln zu halten, damit das traditionelle Boofen für die Bergsteiger langfristig erhalten bleiben kann.

Nähere Informationen zum Freiübernachten in der Nationalparkregion sowie die öffentliche Bekanntmachung im Amtsblatt sind auf der Website der Nationalpark- und Forstverwaltung abrufbar: https://nationalpark-saechsische-schweiz.de/freiuebernachten-boofen

BU:

Foto: Hp. Mayr

Um den Schutz wertvoller Lebensräume und bedrohter Tierarten während der Brut- und Setzzeit im Nationalpark Sächsische Schweiz zu gewährleisten, ist seit dem ersten Februar bis zum 15. Juni das Freiübernachten im Nationalpark Sächsische Schweiz nicht erlaubt. Besucher werden auf den Schildern in den offiziellen Freiübernachtungsstellen über den Sperrzeitraum informiert.

Pressesprecher

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STAATSBETRIEB SACHSENFORST | STATE ENTERPRISE SACHSENFORST

Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz  | National Park- and Forest Administration   

Leiter Stabstelle, Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher | Head of executive department, public relations and press officer

An der Elbe 4, 01814 Bad Schandau

035022/ 900 615

0173 3796 503

Hanspeter.mayr@sachsenforst.sachsen.dewww.nationalpark-saechsische-schweiz.de „

Update am 04.02.2026: Bergsteiger legen Widerspruch gegen Boofverbot ein. (Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Pirna vom 04.02.2026.

Eine springende Maus und Künstliche Intelligenz im Nationalpark Sächsische Schweiz

Dass Mäuse springen können, ist kein Geheimnis. Sie lassen sich nur selten dabei beobachten. Mit technischer Unterstützung ist es einfacher. Wie und warum das gemacht wird, erläutert die Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz in folgender Medieninformation:

Nationalpark mit Zuversicht ins neue Jahr 2026 gestartet

Forschungsprojekt nutzt Fotos und andere Daten für das Training von KI

Mit dem Bild einer mutig springenden Maus aus dem Nationalpark wünscht die Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachsenforst allen Einwohnern und Besuchern der Sächsischen Schweiz einen guten Start und ein gesundes sowie positiv verlaufendes Jahr 2026.

Das Fotofallenbild der springenden Maus steht stellvertretend für die Vielzahl von Daten, die die Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachsenforst im Fachbereich Naturschutz, Gebietsentwicklung und Forschung seit mehreren Jahren zusammengetragen hat und weiter erfasst.

Ein erheblicher Teil der Daten wird mithilfe unterschiedlicher automatisierter Mess- und Erfassungsgeräte erhoben. Dazu zählen sogenannte Datenlogger, mit denen Wetter-, Klima- und Bodendaten rund um die Uhr aufgezeichnet und gespeichert werden. Ergänzend kommen automatisierte Erfassungsgeräte wie Fotofallen und Audiorekorder zum Einsatz, mit denen kontinuierlich Bild- und Tonaufnahmen, etwa von Vögeln oder Fledermäusen, erfasst werden.

Sämtliche Daten werden anschließend auf den Servern der Nationalpark- und Forstverwaltung gespeichert. Gemeinsam ist allen Methoden ihre automatisierte Funktionsweise, die sehr störungsarm für die Natur ist. Die Geräte werden lediglich im Rahmen regelmäßiger Wartungen aufgesucht.

KI zur Auswertung und Analyse der großen Datenmengen

Seit kurzem fließen die erhobenen Datenmengen auch in das bundesweite Projekt „KI Nationalpark“ der Nationalen Naturlandschaften e.V., der Universität Freiburg und der Firma biometrio.earth ein. Dort erfolgt eineKI-gestützte, automatisierte Identifikation von Arten und anthropogenen Störungen aus 13 Nationalparken und einem Wildnisgebiet in ganz Deutschland, um Zusammenhänge zwischen Klima, Biodiversität und Nutzung zu analysieren.

Darauf aufbauend wird das Projektteam standardisierte Verfahren entwickeln, um Biodiversität und Störungsfaktoren zu erfassen. Zudem plant es, eine belastbare Bestandsaufnahme der Artenvielfalt in den beteiligten Gebieten und konkrete Handlungsempfehlungen zu erstellen. Ziel ist es, das Management der Schutzgebiete auf wissenschaftlicher Basis zeitnah und kontinuierlich zu optimieren.

Leiter der Nationalpark- und Forstverwaltung Uwe Borrmeister: “Mit der Teilnahme an diesem bundesweiten Forschungsprojekt wollen wir an aktuellen technischen Entwicklungen teilhaben und unsere Kapazitäten in diesem Bereich ergänzen. Die Ergebnisse werden wir dahingehend auswerten, ob sie auch auf die Bedingungen in unserem durch die Sandsteinfelsen geprägten Nationalpark übertragbar sein werden. Auf jeden Fall wird uns die Ausinandersetzung mit diesen Methoden gemeinsam mit den anderen deutschen Nationalparks erhebliche neue Erkenntnisse und wertvollen Erfahrungsaustausch bringen.”

Mehr Infos zum Projekt sind unter folgenden Links zu finden:

https://nationale-naturlandschaften.de/aktuelles/2025/projekt-ki-nationalpark-kuenstliche-intelligenz-trifft-wilde-natur

https://nationale-naturlandschaften.de/verbandsaktivitaeten/ki-nationalpark

Foto: Fotofalle der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz

Das Fotofallenbild der springenden Maus aus dem Nationalpark steht stellvertretend für die Vielzahl von Daten, die die Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachsenforst im Fachbereich Naturschutz, Gebietsentwicklung und Forschung seit mehreren Jahren zusammengetragen hat und weiter erfasst.

Gleichzeitig wünscht die Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachsenforst damit allen Einwohnern und Besuchern der Sächsischen Schweiz einen guten Start und ein gesundes sowie positiv verlaufendes Jahr 2026.

Hanspeter Mayr

Pressesprecher

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Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz  | National Park- and Forest Administration   

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An der Elbe 4, 01814 Bad Schandau

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Hanspeter.mayr@smekul.sachsen.dewww.nationalpark-saechsische-schweiz.de  „

Gestatten: Karl!

Das ist Karl, mein neuer Mitstreiter aus dem Erzgebirge! Ich habe ihn vom Weihnachtsmann abgeworben. Karl ist der Meinung, er habe einen berühmten Vorfahren: Karl Stülpner. Fakt ist, den Stülpner-Karl gab es wirklich. Ob er aber wie sein hölzerner Möchtegern-Namensvetter geraucht hat, ist ungewiss. Wenn Karl mir die Bude vollqualmt, fliegt er beim ersten mal raus auf den Balkon und beim zweiten mal rein in den Karton. Dort kann er sich dann bis zum nächsten Advent überlegen, ob er das nochmal macht.

Plansilvester und Danksagung 2025

Plansilvester, so nannte man früher den Moment, an dem die Pflichtaufgaben eines Jahres schon vor dem 31.12. erfüllt waren. Heute ist so ein Moment. Die letzte Aufgabe des Jahres, die Jahresplanung 2026, ist endlich abgeschlossen. Sie gleicht auch im neuen Jahr einem Mosaik aus Terminen für das Gewerbe, die Ehrenämter und den unvermeidlichen Plan B. Nur für die eigenen Wünsche und Sehnsüchte gibt es noch keinen Plan. Das wäre dann Plan C. Der kommt aber noch, weil ich es will. Dafür brauche ich ein paar ruhige Tage „zwischen den Jahren“ ohne E-Mails, Telefonate und Videokonferenzen. Einfach mal abtouren und die Phantasie auf Reisen gehen lassen.

Das Tourenprogramm für 2026 ist so umfangreich geworden, wie noch nie. Wanderwochen, geführte Wanderreisen und Exkursionen für Kooperationspartner sowie eine große Anzahl Tagestouren sind ab sofort buchbar. Einige wenige Lücken im Kalender gibt es noch in den Monaten Juli, August und Oktober. Um die zu schließen, braucht es den Sommerfahrplan öffentlicher Verkehrsmittel im grenzüberschreitenden Verkehr nach Tschechien und Polen. Denn wir sind auf unseren Touren nachhaltig mit ÖVM unterwegs und ohne Fahrplan ist keine Verbindlichkeit möglich. Wenn die Fahrpläne hoffentlich Ende März/Anfang April vorliegen, werden die freien Tage final geplant. Die Ausschreibungen sind im Prinzip fertig, nur die Durchführbarkeit der Touren ist noch nicht sicher. Fest steht aber schon jetzt, dass es vor allem Kammtouren in Nordböhmen und Niederschlesien sein werden. Nähere Informationen dazu gibt es zu gegebener Zeit hier und auf der Partnerseite https://kammtouren.eu.

Ich möchte mich kurz vor Weihnachten und dem Jahresende herzlich bei allen Gästen, Kooperationspartnern und Freunden für ihr Vertrauen und die Zusammenarbeit bedanken! Es tut gut, dass es in unsicheren Zeiten wie den gegenwärtigen noch Menschen wie Sie und euch gibt! Feiert/feiern Sie im Kreise eurer/ihrer Lieben und nehmt euch/nehmen sie sich ein paar Tage Zeit, das Leben zu genießen!

(Nachtrag: Das Beitragsfoto wurde in der Altstadt von Pirna aufgenommen. Der Spruch stammt vom Stadtmarketing Pirna.)

Neuer grenzüberschreitender Wanderweg in den Nationalparks Sächsische und Böhmische Schweiz

Vor einiger Zeit in Aussicht gestellt und das Versprechen gehalten: Im April 2026 wird der neue, grenzüberschreitende Wanderweg „Weg zur Ruhe“ offiziell eröffnet. Begangen werden kann er schon jetzt und wir werden ihn gern testen. Was es damit auf sich hat, beschreibt folgende Medieninformation der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz:

Weg zur Ruhe

Ein neuer Wanderweg bei Schmilka verbindet demnächst die beiden Nationalparks Sächsische und Böhmische Schweiz. Er ist kurz, aber ruhig und lauschig – und vorerst noch ein Geheimtipp.

Am Grenzweg oberhalb von Schmilka weist seit Kurzem ein Holzpfosten mit grüner Dreiecksmarkierung in eine völlig neue Richtung. Dahinter liegen frisch geschälte Stämme wie ein geometrisches Figurenmuster in langer Reihe am Hang und begrenzen einen noch unsichtbaren Weg hinauf zum Dlouhý roh (Langes Horn) auf böhmischer Seite. Noch ist der Weg unter einem roten Teppich aus Buchenlaub verborgen. Erst im April 2026 wird er offiziell eingeweiht. Bis dahin müssen hier und da noch ein paar schlammige Stellen befestigt werden. Aber die Markierung ist schon fertig, und auch gehen kann man ihn schon. Er ist dann der insgesamt fünfte grenzübergreifende Wanderweg zwischen beiden Nationalparks.

Die Testwanderung weckt Kindheitserinnerungen: Solche Wege haben wir uns früher aus bunten Rechenstäbchen gebaut. Sie waren spontan und verspielt und selten logisch. Man wanderte auf ihnen mit dem Finger über kleine Sandberge, durchquerte Fantasiewälder aus Grashalmen und imaginäre Länder, in denen nichts größer war als eine Butterblume. Und konnte dabei entdecken, dass Abenteuer kein spektakuläres Ziel benötigen, sondern überall dort beginnen, wo die Erwartung aufhört. Vielleicht braucht es diesen kindlichen Blick, um das Besondere der langdiskutierten Route zwischen den beiden Nationalparks Sächsische und Böhmische Schweiz zu erkennen.

Ursprünglich sollte sie mal oberhalb von Hřensko (Herrnskretschen) über die alte Johannespromenade führen, was zurzeit aber nicht möglich sei, sagt Tomáš Salov, Sprecher des böhmischen Nationalparks. Der große Waldbrand 2022 hat den Planern einen Strich durch die Rechnung gemacht, auf der Route gibt´s derzeit noch Brandschäden und andere Gefahrenstellen. Stattdessen wurde eine andere Lösung gefunden – bei der es auf böhmischer Seite zunächst noch eine Lücke zu schließen gab. Aus Sicht der tschechischen Naturschützer ein Zugeständnis, denn der Weg grenzt dort unmittelbar an die sorgsam gehütete Ruhezone des Nationalparks. Andererseits sollte aber eine grenzüberschreitende Wanderung möglich werden – abseits der Bundesstraße. So geht´s nun auf neugelegter Spur einen knappen Kilometer weit im Zickzack durch lichten Buchenwald zu einer hübschen Aussicht auf dem Langen Horn. Dort trifft die neue Route bald auf ein Netz alter Forstwege, auf denen sie ebenso lauschig ins Tal der Suchá Bělá (Dürre Biele) wieder hinunterführt und schließlich östlich von Hřensko an die Landstraße nach Jetřichovice (Dittersbach) anbindet.

Wer will, kann von dort in einer guten halben Stunde zur neuen Aussichtsplattform „Fénix“ weiterwandern. Denn das war die Idee, sagt Tomáš Salov. Der neue Weg über die Grenze soll eine inhaltliche Verbindung zwischen zwei Erlebnisstationen schaffen, die beide den Neustart der Natur nach einem Waldbrand zum Thema haben: die Plattform Fénix auf böhmischer Seite und den „Weg zur Wildnis“ im Winterberggebiet. Von einer Station zur anderen würde die Tour zu Fuß ungefähr drei bis vier Stunden dauern. Man kann sich von der Idee leiten lassen – beide Highlights aber auch separat auf kürzeren Wegen erreichen.

Was die Route ausmacht, spürt man bald. Zeitgemäß könnte man es „Waldbaden“ nennen – was im Grunde den Verlust jeglichen Zeitgefühls meint. Das geschieht nicht erst oben auf dem Langen Horn, wo sich ein schöner Blick übers Elbtal zum Zirkelstein bietet. Sondern vorher schon, irgendwo in der Ruhe des Buchenwalds: An einem moosbepelzten Felsblock reckt junger Adlerfarn seine Triebe in die novemberkalte Luft, wie etwas, das seinen Kopf zu früh aus dem schützenden Nest steckt. Derweil zupft oben der Wind die letzten Blätter von den Bäumen und lässt sie sanft wie Flocken zur Erde schweben. Junges drängelt vorwärts, Altes sinkt herab – und ein paar Wanderschritte genügen schon, um etwas Sinnhaftes und Vollkommenes darin zu erkennen. Wenn man ihn lässt, schenkt einem der Weg viele solcher Erlebnisse. Er birgt Spuren, die von Wildschweinen erzählen – und vom Waldbrand. Er überrascht mit einer Quelle und einem stillen Teich. Wandern, schreibt Robert Macfarlane, heißt vom Offensichtlichen abzuweichen. Womit er nicht die Füße meint. Sondern den Blick. 

Text: Hartmut Landgraf

Mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Freunde des Nationalparks

BU:

Fotos: Hartmut Landgraf

Foto 1: Unmittelbar vom Grenzweg zweigt die neue Route ab, führt hinauf zum Langen Horn (Dlouhý roh) auf böhmischer Seite und dann weiter ins Tal der Dürren Biele (Suchá Bělá).

Foto 2: Auf dem Langen Horn bietet sich eine reizvolle Aussicht über das Elbtal zum Zirkelstein.

Foto 3: Die Aussichtsplattform „Fénix“ bei Mezná (Stimmersdorf) erzählt in eindrucksvollen Bildern des Fotografen Václav Sojka, wie die Natur nach dem großen Waldbrand im Sommer 2022 zu neuem Leben erwacht – von den ersten „Kolonisten“, den Pilzen und Moosen, bis zur Rückkehr von Buche, Eiche, Fichte und Kiefer.

Foto 4: Am Reitsteig im Winterberggebiet führt der zweiteilige „Weg zur Wildnis“ über eine der Brandflächen auf sächsischer Seite. Anliegen ist es auch hier, zu dokumentieren, wie sich Wald neu entwickelt und diesen anhand von Bildern mit der Situation vor und unmittelbar nach dem Feuer zu vergleichen. Highlight ist eine kleine Plattform mit gutem Geländeüberblick und einer Selfiestation.

Hanspeter Mayr

Pressesprecher

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