Kategorie: Sächsisch-Böhmische Schweiz

Waldbrandgefahr in der Nationalparkregion Sächsisch-Böhmische Schweiz

Alle Jahre wieder: Sobald die Sonne scheint und es wärmer wird, steigt auch die Waldbrandgefahr. Damit es nicht wieder Ausmaße annimmt wie 2022, handelt die Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz gemeinsam mit deutscher und tschechischer Polizei vorbeugend. Genaueres enthält die folgende Pressemitteilung:

Hohe Waldbrandgefahr in der Nationalparkregion Sächsische Schweiz – am Pfingstwochenende wieder Waldbrandgefahrenstufe 3!

Die vorhergesagten hohen Temperaturen führen in der Nationalparkregion Sächsische Schweiz wieder zu einer hohen Waldbrandgefahr, so dass der DWD am Pfingstwochenende hier und in großen Teilen Ost- und Nordsachsens die Waldbrandgefahrenstufe 3, teilweise sogar Stufe 4 vorhersagt.

Die humusarmen Sandböden können ohnehin kaum Wasser speichern. Die Nadelstreu auf den Felsriffen verrottet nur sehr langsam und liegt trocken auf der Bodenoberfläche. Jeder Funke, ob von einem illegalen Lagerfeuer, einer Zigarette oder einem falsch bedienten Kocher kann zu einem großen Brand führen.

Erst Christi Himmelfahrt unterstützten wieder 25 Einsatzkräfte der Polizeidirektion Dresden die Ranger der Nationalpark- und Forstverwaltung im Nationalpark und im Landschaftsschutzgebiet Sächsische Schweiz bei den Gebietskontrollen. Der Polizeihubschrauber war dieses Mal nicht im Einsatz, aber erneut unterstützten auch 3 Polizeibeamte der tschechischen Polizei auf sächsischer Seite. Auch in der Böhmischen Schweiz war die Polizei in den Schutzgebieten unterwegs, 5 sächsische Polizisten waren zur Unterstützung im Nachbarland. Schwerpunktmäßig informierten und kontrollierten sie das Feuer- und Rauchverbot im Wald. Erfreulich war die Bilanz, dass es an Himmelfahrt im gesamten Elbsandsteingebirge keine illegalen Feuerstellen gab festgestellt.

Dies änderte sich leider zum vergangenen Dienstag, als die Kameraden der Waltersdorfer Feuerwehr zu illegalen Boofern bei Rathen ausrücken mussten. Der Rathener Fährmann hatte den Feuerschein entdeckt und gemeldet. Die jungen Männer aus Solingen hatten den Tipp zum Boofen von ihren Freunden erhalten und sich nicht weiter um die Regeln gekümmert. Sie mussten ihre Nacht dann außerhalb des Nationalparks verbringen und werden eine Rechnung für den Feuerwehreinsatz erhalten.

Uwe Borrmeister, der Leiter der Nationalpark- und Forstverwaltung von Sachsenforst: „Ich bin sehr dankbar, dass der Rathener Fährmann das Lagerfeuer gemeldet hatte und die Freiwillige Feuerwehr aus Waltersdorf trotz der späten Abendstunden so schnell und konsequent reagiert hat. 90 % aller Waldbrände werden durch Menschen verursacht. Viel zu oft sind die illegalen Lagerfeuer Ausgangspunkt von großen Waldbränden. Dank des Einsatzes unseres ehrenamtlichen Naturschutzhelfers, der bei der Waltersdorfer Feuerwehr engagiert ist, kann die Nationalpark- und Forstverwaltung die Ordnungswidrigkeit zur Anzeige bringen. Für das fahrlässige Handeln der jungen Männer werden wir uns für ein hohes Bußgeld aussprechen.“

Borrmeister weiter: „Gerade erst war ich zur Auswertung an der 100 Hektar großen Waldbrandfläche, die Anfang Mai bei unseren tschechischen Kollegen im Nationalpark Böhmische Schweiz gebrannt hat.

Ich appelliere an alle Waldbesucher mit Blick auf das bevorstehende warme Feiertagswochenende: Genießen Sie gerne den Wald, aber halten Sie unbedingt das Rauch- und Feuerverbot ein.“

Das Feuerverbot gilt in allen Wäldern Sachsens. Waldbesucher, die ein Feuer entdecken, sind aufgerufen – streng genommen verpflichtet – Waldbrände unter der Notrufummer 112 zu melden, damit der Waldbrand schnell bekämpft werden kann. Das gilt auch für Lagerfeuer. Je früher die Bekämpfung startet, umso leichter kann das Feuer gelöscht werden.

Pressesprecher

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(Fotos: Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz, Pressesprecher)

Erinnerung an die Sächsisch-Böhmische Wanderwoche vom 03.-09.05.2026

Eine solche Zusammensetzung hatten wir bei dieser Wanderreise noch nie: Österreich war klar in der Überzahl! 12 wander- und auch sonst sehr lustige Menschen aus Oberösterreich hatten gebucht und nahmen gern die beiden Damen aus Deutschland in ihrer Mitte auf. Das Wetter spielte auch mit, nur der Ruhetag war verregnet. Natürlich durfte auch ein Besuch auf der Bastei nicht fehlen. Es war relativ menschenarm dort oben.;-)

Die mittlerweile üblichen Verspätungen im Zugverkehr wurden mit flotten Sprüchen weggelacht oder einfach ignoriert. Am Ende kamen wir immer dort an, wo wir hinwollten. Sehr gefragt waren Kaffee und Kuchen in verschiedenen sächsischen und böhmischen Varianten. Auch das böhmische Bier und einige Schmugglerwege kamen gut an. Besonders beeindruckend war die oberösterreichisch-sächsisch-badisch-schwäbisch-niedersächsische Verständigung, gewürzt mit einem Schuss Humor der Deutschen aus dem Isergebirge.:-)

Heute ist Abreisetag. Kommt alle gut und sicher nach Hause und gern wieder hierher zurück! Danke für Alles!

Besucherlimit für Tyssaer Wände in der Böhmischen Schweiz

Am 1. April beginnt offiziell die Hauptsaison in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz. Einen Tag vor Beginn informiert die Gemeinde Tisa (Tyssa) über aktuelle Besucherregelungen. So werden während der gesamten Saison täglich maximal 2.000 Besucher in der Tyssaer Felsenstadt zugelassen. Ist diese Anzahl erreicht, bleiben die Tore geschlossen. Der Eintritt kostet pro Person 100 Tschechische Kronen (= ca. 4 €) und kann online über die Webseite https://vstupenky.turistikatisa.cz gebucht werden. Dort ist auch ersichtlich, wie viele freie Plätze noch verfügbar sind. Um unerlaubten Zutritt zu verhindern, setzt die Gemeinde auf Kontrollen.

Diese Form der Besucherbegrenzung ist nicht neu. Auch für die Edmundsklamm in der Gemeinde Hřensko (deutsch: Herrnskretschen) gilt ein eingeschränkter Ticketverkauf, ebenso für die Felsenstadt von Adršpach (deutsch: Adersbach).

(Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe 31.03.2026)

Bahn sperrt Elbtalstrecke zwischen Dresden und Tschechien

In der Ausgabe vom 02.03.2026 veröffentlichte die Sächsische Zeitung folgende Information der Deutschen Bahn:

„Bahn sperrt Elbtalstrecke zwischen Dresden und Tschechien

Reisende müssen sich auf massive Einschränkungen einstellen – der Überblick.

Wegen Bauarbeiten kommt es zwischen März und Mai immer wieder zu Sperrungen auf der Bahnstrecke zwischen Dresden und der tschechischen Grenze. Die konkreten Termine teilte die Deutsche Bahn nun mit. Hintergrund ist die Modernisierung der Infrastruktur auf der Strecke durch das Elbtal zwischen Bad Schandau und Schöna.

Im Mittelpunkt der Arbeiten steht das Hirschmühlenviadukt, das den Mühlgrundbach überspannt. Dort erneuert die Bahn die Fahrbahnwanne sowie den Kopfbereich einer angrenzenden Stützwand. Zusätzlich finden zwischen Schöna und Bad Schandau Ost Kabeltiefbauarbeiten statt. Im Güterbahnhof Bad Schandau Ost werden Anlagen fertiggestellt, um den Betriebsablauf zu verbessern.

Die Sperrungen zwischen Schöna und Bad Schandau im Detail

Für die Arbeiten wird der Abschnitt zwischen Schöna und Bad Schandau mehrfach vollständig gesperrt. Die Daten im Überblick:

■ Vom 15. bis 22. März 2026 ist die Strecke täglich von 9 bis 17 Uhr dicht.

■ Ab dem 23. März 2026 bis November 2027 bleibt sie montags, außer an Feiertagen, von 9 bis 19 Uhr gesperrt.

■ Weitere Totalsperrungen sind vom 14. bis 19. April 2026 jeweils von 9 bis 17 Uhr geplant.

■ Nachtsperrungen gibt es vom 13. bis 17. April sowie vom 25. bis 29. April 2026 jeweils von 21 bis 3 Uhr.

Zwischen Dresden und Ústí nad Labem fahren an den Tagen mit Totalsperrung Ersatzbusse.

Von Juni bis November 2026 sollen weitere Sperrungen folgen. Details wird die Bahn rechtzeitig bekannt geben.

Weitere Einschränkungen zwischen Heidenau und Rathen

Unabhängig davon kommt es bereits seit dem 21. Februar bis zum 11. April 2026 auf der Strecke zwischen Heidenau und Rathen zu Einschränkungen. Dort wird im sogenannten Gleiswechselbetrieb gebaut; zusätzlich gibt es nächtliche Totalsperrungen.

Die Deutsche Bahn bittet Reisende und Anwohner um Verständnis. Aktuelle Informationen zu Fahrzeiten und möglichen Ersatzverkehren sind im DB Navigator und auf bahn.de abrufbar.

Quellenangabe: vom 02.03.2026, Seite 17″

Die Sperrungen wirken sich auch auf geplante Touren aus. Jede betroffene Tour muss noch einmal auf Durchführbarkeit überprüft werden. Änderungen im Tourenprogramm sind deshalb möglich. Dafür bitte ich um Verständnis.

Jahrestreffen der Zerifizierten Nationalparkführer*innen Sächsische Schweiz 2026

Es ist mittlerweile eine gut gepflegte Tradition, das alljährliche Treffen der Zertifizierten Nationalparkführer*innen (ZNF) Sächsische Schweiz mit der Nationalpark- und Forstverwaltung. Am 04.02.2026 trafen sich mehr als 30 ZNF im Nationalparkzentrum Bad Schandau mit Jens Posthoff, langjähriger Betreuer und Begleiter der Zertifizierungskurse in der Verwaltung, und Astrid Scharf, Leiterin des Fachbereiches 1. In einem temperamentvoll vorgetragenen Beitrag berichtete Frau Scharf über den außergewöhnlichen Artenreichtum im Bereich des Nationalparks und des Landschaftsschutzgebietes Sächsische Schweiz. Dabei wurde der Blick auch über die Grenze in die angrenzenden tschechischen Landschaftsschutzgebiete und den Nationalpark Böhmische Schweiz gerichtet. Wir lernten dabei, dass nicht nur zahlreiche, ehemals ausgestorbene Vogel-, Käfer- und Fledermausarten wieder heimisch wurden, sondern dass auch der Wolf zurückgekehrt ist. Natur kennt keine Staats,- Verwaltungs- und Sprachgrenzen. Interessant war auch der Nachweis, welchen Artenreichtum massenhaft abgestorbene Fichten beherbergen. Manche Besucher wenden sich beim Anblick der stehenden und liegenden Baumskelette desinteressiert ab. Dabei wäre ein Blick aus Nahdistanz, z.b. unter die verbliebenen Rindenschichten, durchaus lohnend. Totholz birgt Leben.

Im Anschluss an den Vortrag folgte eine mindestens ebenso lebhafte Diskussion über zahlreiche fachliche und organisatorische Themen. Das Fachtreffen gehört zur jährlichen Fortbildungspflicht für Zertifizierte Nationalparkführer*innen. Gäste durch die Nationalparkregion Sächsisch-Böhmische Schweiz zu führen ist eben sehr viel mehr, als eine Plakette und eine Lizenzkarte spazieren zu tragen.;-)

Neuregelung zum Boofen in der Sächsischen Schweiz ab 2026 geplant

Das Freiübernachten („Boofen“) gehört untrennbar zur Tradition des Bergsteigens in der Sächsischen Schweiz. In den Anfangsjahren des Freikletterns suchten sich Kletterer wettergeschützte Stellen unter Felsüberhängen zum Übernachten in der freien Natur. Diese Tradition gehört inzwischen zum immateriellen Kulturerbe „Bergsteigen in Sachsen“. Verantwortungsvoll ausgeübt gibt es keine belegbaren Konflikte mit dem Schutzziel des Nationalparks Sächsische Schweiz. Davon zeugen auch die 58 legalen Boofen, die in Abstimmung zwischen Nationalparkverwaltung und Bergsportverbänden von Kletterern in Ausübung ihres Sports genutzt werden können.

Leider hat sich im Laufe der Zeit parallel ein ausufernder Partytourismus in den und um die Boofen entwickelt, der nichts mit dem Klettern zu tun hat und das Schutzziel des Nationalparks gefährdet. Vermüllung, Fäkalien und Partygeräusche bis tief in die Nacht veranlassten die Nationalparkverwaltung 2022 zu einer temporären Boofensperrung während der Brut- und Setzzeit zwischen 01.02. bis 15.06. des Jahres. Die Sperrung war bis zum Jahr 2025 befristet. Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) legte nun im Oktober 2025 einen Entwurf für die Regelung des Boofens ab 2026 vor. Darin ist eine unbefristete, jährliche Boofensperrung vom 01.02. bis 15.06. vorgesehen.

Die Bergsportverbände in Sachsen haben dazu Stellung genommen und eine entsprechende Mitgliederinformation veröffentlicht, die hier nachgelesen werden kann: https://www.alpenverein-sachsen.de/Naturschutz/Boofen .

Zum Thema eine Stellungnahme in eigener Sache: Ich habe in der Vergangenheit vollständig auf die Nutzung von Boofen zu touristischen Zwecken verzichtet und werde das auch in Zukunft tun. Um das Erlebnis von Übernachtungen im Wald zu ermöglichen, nutze ich als lizenzierter Partner die legalen Übernachtungsmöglichkeiten der grenzüberschreitenden Trekkingroute „Forststeig Elbsandstein“ für geführte, mehrtägige NaturErlebnisWanderungen.

Luchsspuren in der Sächsischen Schweiz

Gibt es Luchse in der Nationalparkregion Sächsisch- Böhmische Schweiz? Einst gab es sie und vielleicht kommen sie wieder. Zumindest legt das die Auswertung eines Forschungsprojektes nahe, wie folgende Veröffentlichung der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz beschreibt:

„Kompass Natur Reihe 2, Folge 4

Miras Reise

Kuriose Entdeckung im Elbsandsteingebirge: Vor fünf Jahren standen sich hier zwei Luchse gegenüber – einer lebendig, der andere aus Stein. Eine Bachelorarbeit bringt den Fall jetzt ans Licht.

Wer in Sachsen Spuren von Wildnis sucht, den führt der Weg irgendwann zu einem verwitterten, moosgrünen Felsblock im Großen Ziegengrund. Hier, im hintersten Winkel des Nationalparks Sächsische Schweiz, ist ein Relikt aus alter Zeit erhalten, als sich noch Schmuggler und Wilddiebe in den sächsischen Wäldern herumtrieben – und große Raubtiere. Hier an der böhmischen Grenze bringt ihn damals ein Jäger mit einem gezielten Schuss zur Strecke: im Jahr 1743, Sachsens letzten Luchs. Davon künden ein imposantes Relief und eine Denkschrift aus der Zeit, die in den Felsen gemeißelt sind. Und genau hier, am „Luchsstein“, kommt es fast drei Jahrhunderte später, im Sommer 2020, zu einer denkwürdigen Begegnung.

Sie müssen sich beinahe Auge in Auge gegenübergestanden haben – der Luchs aus Stein und seine quicklebendige Artgenossin: Mira, eine junge Luchsin, zwei Jahre alt und weit herumgekommen – geboren in einem Gehege in Österreich, im Nordwesten Polens in die Freiheit entlassen und von dort über Hunderte von Kilometern zurück nach Süden gewandert. Direkt vis-à-vis vom Luchsstein, nur 150 Meter Luftlinie entfernt, ruht sie sich damals kurz aus – und hinterlässt dabei eine bleibende Spur: einen digitalen Fußabdruck. Aufgezeichnet von einem Telemetrie-Halsband, mit dem sie besendert ist, landen die Daten viele Monate später am Institut für Forstzoologie der TU Dresden in Tharandt.

Eigentlich ist dieses „Stelldichein“ der beiden Tiere nur ein kurioser Zufallsfund, der jetzt im Rahmen einer Bachelorarbeit ans Licht kam. Doch er steht in einem spannenden Kontext. Denn seit den 1930er-Jahren gibt es im Elbsandsteingebirge immer wieder vereinzelte Hinweise auf durchwandernde Luchse – mal ist es ein gerissenes Reh oder eine verdächtige Spur, mal eine flüchtige, meist zweifelhafte Beobachtung. Schon lange wird vermutet, dass solche Episoden keine Zufälle sind, sondern dass besonders die wald- und schluchtenreichen, vergleichsweise ruhigen Gebiete der Hinteren Sächsischen Schweiz Luchsen ganz passable Bedingungen bieten. Miras Sender-Daten liefern nun erstmals belastbare Indizien dafür: Sie zeigen, dass die Luchsin auf ihrer Wanderung ganze 44 Tage in der Gegend blieb – mal auf sächsischer, mal auf tschechischer Seite der Grenze, aber länger als anderswo zuvor. Und damit wird es für Ronny Goldberg richtig spannend. Der Landschaftsökologe arbeitet bei der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz im Fachbereich Naturschutz, Gebietsentwicklung, Forschung und ist derjenige, welcher die besagte Bachelorarbeit betreute. Eine Studentin des Studiengangs Umweltmonitoring der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden hat Miras Daten ausgewertet, um Muster darin zu erkennen: Wie bewegt sie sich durch die Landschaft, welche Räume gefallen ihr.

Was herauskam, legt den Schluss nahe, dass zumindest Hoffnung auf eine dauerhafte Rückkehr dieser größten europäischen Katzenart besteht. Irgendwann könnte sie wieder im Elbsandsteingebirge heimisch werden – wie zuvor schon im Harz und im Bayerischen Wald. Und damit wäre es auch in den Wäldern am Luchsstein wieder ein bisschen wilder.

Ronny Goldberg war schon ewig nicht mehr im Großen Ziegengrund. Das Jagddenkmal hat er zuletzt vor 20 Jahren besucht. „Solche Orte haben mich schon in der Jugend fasziniert, weil sie Geschichten über die Landschaft erzählen“, sagt der Nationalparkmann. Miras Reise liefert den passenden Anlass für ein Wiedersehen. Wo der Luchsstein steht, treffen zwei schmale, zerklüftete Felsgründe wie eine T-Kreuzung aufeinander. Ein wenig begangener Bergpfad geht hindurch. Wer Stille sucht, wird sie hier finden. Ein Ort, an dem die Natur Selbstgespräche führt. Hoch überm Tal bieten allerlei Klippen und Vorsprünge beste Logenplätze – für einen Luchs. Dort oben hat Mira vor fünf Jahren gestanden.

Warum blieb sie nicht im Elbsandstein? Weibliche Luchse sind im Allgemeinen gebietstreu und keine großen Wanderer – Mira war eine Ausnahme. Gab es hier nicht genug Nahrung für sie? Oder war sie, zweijährig und vermutlich gerade geschlechtsreif, auf der Suche nach einem Partner? Auf diese Fragen geben ihre Sender-Daten keine Antwort. Im September 2020 wandert die Luchsin schließlich westwärts ins Erzgebirgsvorland weiter. Gut ein Jahr später verliert sich ihre Spur im Saale-Orla-Kreis in Thüringen. Doch für Ronny Goldberg ist das nicht das Ende der Geschichte. 250 Kilometer weiter östlich gibt es Luchse in den tschechischen Beskiden. Im Westen leben welche im Harz. Im Westerzgebirge und im Thüringer Wald werden derzeit Luchse ausgewildert. Das Elbsandsteingebirge, denkt der Naturschützer, könnte irgendwann eine Brücke zwischen diesen Populationen bilden. „Die Gegend hier taugt für Luchse“, sagt er. Und der Luchsstein ist der Beweis.


Text: Hartmut Landgraf

Mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Freunde des Nationalparks

Foto 1: H. Landgraf

Der Luchsstein bei Hinterhermsdorf in der Hinteren Sächsischen Schweiz: Hier erschoss ein Jäger 1743 Sachsens letzten Luchs. Fast drei Jahrhunderte später traf ein aus Westpolen zugewanderter Luchs genau hier mit seinem steinernen Vetter zusammen, das beweisen Telemetriedaten. Landschaftsökologe Ronny Goldberg von der Nationalpark- und Forstverwaltung von Sachsenforst brachte den Fall als Gutachter einer Bachelorarbeit ans Licht. (Luchsbild: Gehegefoto)

Foto 2: H. Landgraf

Der Luchsstein ist ein bedeutendes Jagddenkmal im Nationalpark. Die Inschrift des Steins lautet: „Allhier habe ich Joh. Gottfr. Puttrich, königl. Förster aus Hinterhermsdorf einen Luchs mit einem Selbstschuß erlegt anno 1743.“

Das einzige bekannte Foto der Luchsin Mira in der Sächsischen Schweiz – aufgenommen von einer Wildkamera, Ende Juli 2020 in der Nähe von Hertigswalde.

Foto 3: M. Richter

Hanspeter Mayr

Pressesprecher

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Hanspeter.mayr@smekul.sachsen.dewww.nationalpark-saechsische-schweiz.de „

Abschied vom Hohen Schneeberg

Am 29.10.2025 fand die vorerst letzte Forststeigtour der Saison 2025 statt. Ziel war der höchste Berg im Sächsisch-Böhmischen Elbsandsteingebirge, der 723 Meter hohe Schneeberg (tschechisch: Děčínský Sněžník). Der Schneeberg ist ein exzellenter Aussichtsberg mit 360-Grad-Panorama. Zumindest, wenn keine Wolken aufliegen.

Die Forststeigsaison endet offiziell Ende Oktober des Jahres. Man kann die Wege zwar auch im Winterhalbjahr begehen, aber die Hütten und Biwakplätze sind geschlossen. Das hat auch mit praktischem Naturschutz zu tun, denn das Gebiet ist sehr wildreich und die Tiere sollen in der nahrungsarmen Zeit des Jahres nicht unnötig bewegt werden.

Ein weiterer Grund, warum es die vorerst letzte Tour des Jahres zum Schneeberg war, ist die Einstellung der Busverbindung zum Schneeberger Kreuz und über tschechisches Gebiet. Dadurch werden die Touren länger und am Nachmittag gerät man dank der Zeitumstellung auf mitteleuropäische Normalzeit zeitig in die Dämmerung.

Am 29.10.2025 waren die Bedingungen ziemlich ideal und die Tour wurde zur Genusstour. Abgerundet wurde sie bei einer Schlusseinkehr mit original böhmischen Leckereien zu sehr besucherfreundlichen Preisen. Fazit: eine rundum gelungene Tour mit ganz viel Vorfreude auf viele Fortsetzungen im nächsten Jahr!

Erinnerung an die Sächsisch-Böhmische Wanderwoche vom 05.-11.10.2025

Eins gleich vorweg: Soviel Regen und Wind hatten wir während einer sächsisch-böhmischen Wanderwoche in einem Monat Oktober noch nie! Für die äußeren Umstände waren die gute Laune der Teilnehmenden und der Teamgeist jedoch sensationell. Kein Gemurre und Gemaule, wenn es mal wieder hieß: Heute kann es regnen. Wozu gibt es schließlich dem Wetter angepasste Bekleidung?

Fernsichten waren in dieser Woche rar. Aber es gab (fast) immer irgendwo leckeren Kuchen und Kaffee dazu und das wog das Fernsichtdefizit mehr als auf. Auch grenzüberschreitende Schmugglerpfade durch schulterhohen Farn abseits des Massentourismus begeisterten die Teilnehmenden aus 5 deutschen Bundesländern und wirkten sich motivierend aus.

Ich bedanke mich bei herzlich bei der kleinen, aber feinen Gruppe der Tour durch die Sächsisch-Böhmische Schweiz für die erlebnisreiche Woche und bestätigen gern, dass auch ein TourGuide flexibel sein kann und muss.

Erinnerung an die Sächsisch-Böhmische Wanderwoche 29.09.-04.10.2025

Wieder ist eine Wanderwoche beendet und man staunt stets aufs Neue, wie schnell die Zeit vergeht. Wir waren mit 10 Teilnehmenden aus 7 deutschen Bundesländern auf Schmugglerpfaden in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz, im Meißener Elbland, in den Wehlener Gründen und auf der Bastei, auf Königlichen Wein- und Kurfürstlichen Jagdwegen sowie zwischen Sandstein und Schokolade unterwegs. Ein von allen Beteiligten empfundener, emotionaler Höhepunkt war der 35. Jahrestag der Wiedervereinigung Deutschlands. Es war nicht das erste Mal, dass sich hier an einem 3. Oktober Menschen aus Ost und West auf einer Wanderreise begegnet sind. Jedes Mal haben wir übereinstimmend festgestellt, dass wir uns näher sind, als manche Meinungsmachende uns glauben lassen wollen. Es ist tatsächlich etwas zusammengewachsen, was zusammen gehört. Bemerkenswert ist auch, dass manche Teilnehmende schon zum wiederholten Mal teilgenommen haben und sich auch von einem Regentag nicht abschrecken lassen.

Ich bedanke mich bei der tollen Gruppe für die gemeinsame Zeit und den Applaus zum Abschluss! Kommt gut nach Hause und gerne wieder!