Wanderung von Niemes zum Röll und zum Polzenschlund

Trilex und Länderbahn machen es möglich: Vom 04.07. bis zum 30.08.2020 fährt er wieder, der bis Doksy (Hirschberg am See) verlängerte Wanderexpress! Das Wetter versprach vor allem zum Nachmittag hin prächtig zu werden und so trafen sich am vergangenen Samstag Wanderfans und -faninnen aus Dresden, Heidenau und der Oberlausitz zur gemeinsamen Anreise nach Mimon (Niemes). Dort startete die ca. 20 km lange Rundtour durch den Geopark Ralsko. Höhepunkte waren die Gipfelblicke vom 696 Meter hohen Röll auf die zauberhafte Landschaft und das Bestaunen des Polzendurchbruchs. Einst wurde hier mit bergmännischen Mitteln dem Fluss Ploucnice (Polzen) ein Durchbruch durch den Buntsandstein geschaffen – eine handwerkliche und ingenieurtechnische Meisterleistung! Da die Gruppe flotter unterwegs war als geplant, kamen bei der genussreichen Schlusseinkehr in Niemes die Liebhaber von Kaffee und Kuchen ebenso auf ihre Kosten, wie die Freunde edlen böhmischen Gerstensaftes! Danke allen Teilnehmenden für die reife Laufleistung und das Interesse an Thema und Landschaft! Eine Neuauflage der Fahrt ist bereits in Planung – mit Durchquerung des Kummergebirges. Schaut einfach immer mal wieder in den Tourkalender und ihr werdet fündig.

Panoramatour zu Aarhorst und Radischken im Böhmischen Mittelgebirge

Am 4. Juli 2020 trafen sich am Dresdner Hauptbahnhof 9 wanderfreudige Menschen, um mit dem Guide ins Böhmische Mittelgebirge aufzubrechen. Eine Panoramatour in die Landschaft der Kegelberge zu Varhost (Aarhorst) und Hradiste (Radischken) war das Ziel und der Wanderexpress „Bohemica“ brachte uns umsteigefrei zum Startort Sebuzin (Sebusein). Der Aufstieg aus dem Elbtal zum Aarhorst war schweißtreibend und anstrengend, aber nach knapp 2 Stunden und 4 km ohne Schwund bewältigt. Dagegen waren die restlichen ca. 14 km eine reine Genusstour, die zum Schluss in einem Restaurant in Litomerice (Leitmeritz) mit böhmischen Köstlichkeiten gekrönt wurde. Wetter, Zugverbindung, Naturerlebnis und Stimmung in der Gruppe waren optimal. Der Guide dankt und freut sich auf weitere gemeinsame Touren!

Premiere erfolgreich: 1. Sächsisch-Böhmische Wanderwoche unter Coronabedingungen beendet!

Als die Tour geplant wurde, war von Corona noch keine Rede. Ab Mitte März wurde dann alles anders. Einschränkungen betrafen auch Outdoorveranstaltungen. So blieb bis kurz vor Tourenbeginn unklar, ob die Wanderwoche überhaupt stattfinden kann. Unter Beachtung der Sächsischen Coronaverordnung und eines maßgeschneiderten Hygienekonzeptes konnte schließlich grünes Licht für eine der ungewöhnlichsten Wanderreisen gegeben werden. Am 20.06.2020 reisten 9 Teilnehmende aus 5 deutschen Bundesländern in Pirna an und wurden vom Veranstalter und vom Guide begrüßt. Es folgten 5 Tageswanderungen durch die Sächsisch-Böhmische Schweiz und ein Ruhetag. Nach der Abschlusstour auf den Hohen Schneeberg saßen alle in einer geselligen Runde zusammen und ließen die Woche mit angenehmen Erinnerungen und Gesprächen ausklingen.

Danke an alle Teilnehmenden: Ihr wart ein tolles Team! Es hat mir viel Spaß gemacht, mit euch unterwegs zu sein. Danke auch an Michael von Mediterranatours für die Organisation der Reise und an den Praktikanten Mark, der vielleicht selbst einmal Guide oder Veranstalter sein wird!

Wandern auf Mallorca im Frühling 2010 – Ein Reisebericht

Dieses Jahr ist anders. Ein winziges Virus hat die schöne Tradition unterbrochen: Frühlingswanderwochen auf Mallorca. Dieses Jahr wäre das 10-jährige Jubiläum gewesen. Es sollte nicht sein, aber aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. Unsere Gedanken sind in diesen Tagen bei den zuverlässigen Partnern auf der Insel und in Deutschland und natürlich bei den besten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die man sich wünschen kann. Zwei von Ihnen haben im Jahr 2010 den folgenden Reisebericht verfasst, ergänzt durch einige Bilder dieser Tour:

Wandern auf Mallorca im März 2010

Es ist Sonnabend früh um 9:12 Uhr – und kein Mietwagen und noch schlimmer: kein Ralf, unser bewährter Berg- und Wanderführer der vergangenen Woche. Er ist in aller Herrgottsfrühe mit den Dresdnern bereits in Richtung Heimat geflogen. Wir Stuttgarter und Frankfurter haben noch fast einen ganzen sonnigen Tag vor uns und erinnern uns…

Das Wetter wurde von Tag zu Tag wärmer und wir konnten zusehen, wie die Schneereste der vergangenen Woche in den Gipfellagen schmolzen. Für die Eingehtour auf den Talaida war das kein Problem und mit seinem vielfach Baedecker- gerühmten Abstecher durch das Felsentor Penya Roja waren wir begeistert gleich mittendrin auf schmalen Bergpfaden mit immer besseren Rundblicken auf die Piratenbucht. Auf dem Aufstieg vom unspektakulär erreichbaren Talaida über eine ausgedehnte, mäßig steile Bergflanke machen wir Bekanntschaft mit der typischen baumlosen Gras- und Buschlandschaft, die sich der Wasserarmut angepasst hat. Kurz vor dem Picknickplatz Coll Baixt wird der Blick an der Bergkante frei für die weit unten liegende Badebucht. Nach einem kurzen Waldstück geht es abwechslungsreich weiter durch das Trockental Torrent des Fontanelles. Das jetzt trockene Flusstal kann aber bei Gewitter offensichtlich ganz schnell gefährliche Flutwellen führen – Warnschilder weisen darauf hin. Schon in Sichtweite der Ermita de la Victoria, wo das Auto steht, müssen wir noch einmal tief in ein Quertal hinab und das längst ersehnte Bier rückt noch einmal etliche Höhenmeter in die Ferne.

Am nächsten Tag fahren wir an die Südwestküste nach Sant Elm und wandern von dort über den Pass Puig de sa Trapa zum dahinter tief liegenden ehemaligen Kloster Sa Trapa. Ein Umweltverband hat das gesamte Gelände gekauft und man kann die ersten Ergebnisse einer behutsamen Restauration erkennen. Wir staunen über die Akkuratesse der mörtelfreien Trockenmauern. Für die Rückfahrt nach Alcudia bietet uns Ralf gewissermaßen das Dessert für den Tag mit der Fahrt über die Gebirgsstraße mit kurzem Zwischenstopp in Valldemossa. Die Aus- und Tiefblicke sind teilweise atemberaubend und im Bus wird es zuweilen ganz still.

Am dritten Tag starten wir von Valldemossa aus zum Puig de Teixt. Die uns am Ortsausgang immer wieder begegnenden Olivenhaine mit ihren herrlich knorrigen Gestalten begrüßen wir inzwischen schon wie alte Bekannte. Nachdem wir über einen Forstweg die Waldgrenze erreicht haben, geht es auf bestens angelegten Wanderwegen auf ein Hochplateau unterm Teixt. Einige wollen diesen Gipfelabstecher mitnehmen. Nachdem wir amüsiert dank Leiter eine Trockenmauer, die den Privatbesitz der Finca Moragues markiert, überklettert haben, sind wir nach ca. 30 Minuten am Gipfel. Ganz plötzlich kommt dicker Nebel auf und lässt erahnen, welche Probleme das auf dieser weg- und orientierungslosen Hochebene bringen kann. Aber wir sind bald wieder bei den Wartenden und gehen entlang des Felsgrates Caragoli auf dem sogenannten Reitweg weiter, den Erzherzog Ludwig Salvator 1897 anlegen ließ. Der Weg ist bestens gepflegt und sicher ausgebaut, so dass man die wechselnden großartigen Tiefblicke über die gesamte Strecke genießen kann.

In der Wochenmitte sind die Schneereste in den Gipfellagen so zusammengeschmolzen, dass wir jetzt unser höchstes Ziel, den Puig de Massanella mit 1.352 m angehen. Ralf fährt über Inca hinauf auf den Pass Coll de sa Bataia, steil, eng und kurvenreich. Ein vor uns sich ängstlich hinaufschleichender touristischer Kleinwagen bremst uns immer mal wieder fast bis zum Stand aus. Das übersteigt selbst die sonst im hohen Maße erwiesene Beherrschungskunst von Ralf: „…Der fährt, als hätte er eine Fuhre Langholz…“. Vom Pass aus geht es zunächst durch herrlichen Steineichenwald in das Tal Richtung Massanella, kurz unterbrochen von dem zu entrichtenden Wegezoll der Finca Comafreda von 4 €/Person. Man muss früh starten und spät zurückkommen, wenn man dem entgehen will. Später führt ein gut angelegter Bergpfad steil in die Flanke des Berges bis zum Gipfelplateau. Von hier aus stapfen wir durch den Restschnee über leichtes Gelände zum Gipfel. Alle haben es geschafft und wir genießen die verdiente Pause mit umfassendem Rundumblick.

Nach vier Tagen mit Zielen in der Höhe will uns Ralf heute einen Schongang bieten. Wir fahren Richtung Nordosten nach Cala Ratjada. Nach einem Abstecher zu einem uralten Wachturm aus der Piratenzeit an der Landspitze der kleinen Anhöhe Talaia de Son Jamell steigen wir anschließend in die Badebucht Cala Mesquida ab. Schön ist dieser 580 m lange Strand mit den weit ins Hinterland ziehenden Dünen. Der Tag ist noch früh und wir beschließen, am Strand weiter zu laufen. Auf der ersten Anhöhe einer Landzunge beschließen die Schlauesten zu bleiben und auf unsere Rückkehr zu warten. Ralf meint, in 1 Stunde vom vor uns liegenden Wachturm zurück zu sein. Mir scheint das fast zu hoch gegriffen. Wir sollten uns beide gewaltig täuschen. Es ging immer wieder über neue, vorher nicht sichtbare Landzungen und weit ins Land hinein, um die Buchten zu umlaufen. Zuletzt bleiben noch 5 Leute übrig und die Vorgabezeit war schon auf dem Hinweg verbraten. Einen etwas ratlosen Anrufer konnten wir aber beruhigen: Nein, es hatten uns keine Piraten geschnappt. Nur mit dem Ruhetag war es etwas schwierig geworden.

Der letzte gemeinsame Tag für unsere gesamte Gruppe war dann schon ein gewisses Abschiednehmen. Noch einmal ging es auf allgemeinen Wunsch die spektakuläre Passstraße zum Coll de sa Bataia hinauf. Ralf hatte einen Rundweg um das Kloster Lluc mit annähernd gleichbleibendem Höhenprofil ausgewählt. Das ausgedehnte, bizarre Felsenlabyrinth war dabei ganz besonders beeindruckend. Die dicht stehenden, teilweise völlig skurrilen Formationen lassen allen Phantasien freien Lauf…

…und nun holt uns in drei Stunden der Bus zur Fahrt zum Flughafen ab. Wir bummeln nach einem opulenten Essen barfuß durch den Sand und bestaunen die Kitesurfer mit ihren Kunststücken. Unsere heute geschonten Muskeln spüren wir förmlich erleichtert aufseufzen.

Wir erahnen die Vielfalt der Insel und wissen: da ist noch jede Menge Platz für Wiederholungen und Neues.

U. und B. C.

– veröffentlicht im Heft 23, Januar 2011, Mitteilungen der Sektion Dresden des DAV e.V.“

Danke Uschi und Bernd! Und hier sind einige Bilder zum Text:

Geführte Touren wieder möglich

Seit 15.05.2020 sind geführte Touren wieder möglich. Die an diesem Tag in Kraft getretene Sächsische Allgemeinverfügung erwähnt ausdrücklich, dass Gästeführungen erlaubt sind. Einzelheiten zur Durchführung regelt die Verordnung jedoch nicht.

Damit während der Touren niemand durch Corona geschädigt wird und trotzdem ein nachhaltiges Naturerlebnis möglich ist, gilt bis auf weiteres folgendes Hygienekonzept:

  • Teilnehmerbeschränkung auf 10 Personen und namentliche Anmeldung aller Teilnehmenden (TN)
  • Abstandsregelung mindestens 1,50 m zwischen den TN und zum Guide
  • Empfehlung zum Tragen der Mund-Nase-Maske an Engstellen, beim Überholen und Ausweichen anderer Personen
  • nach Möglichkeit bargeldlose Bezahlung
  • Verzicht auf Begrüßungs- und Verabschiedungsrituale (z.B. Handschlag, Umarmung, Küssen) sowie auf das Teilen von Proviant und Getränken.

Dieses Konzept gilt vorerst nur für Touren ohne Übernachtungen im Freistaat Sachsen. Touren nach Nordböhmen (Tschechische Republik) und Niederschlesien (Republik Polen) sind aufgrund geschlossener Grenzen weiterhin nicht möglich.

Bitte nutzen Sie Möglichkeit, Tickets und Gutscheine online über diese Webseite im Vorverkauf zu buchen! In eingeschränktem Umfang ist auch Kartenzahlung vor Ort möglich, wenn die Qualität des Mobilfunknetzes dies ermöglicht. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht.

Touren im Bild vorgestellt: Forststeigtour zum Großen Zschirnstein

Kurz und knapp, ohne viele Worte: Die Forststeigtour zum Großen Zschirnstein. Traumhaft schön und schön anstrengend!;-) Wer mehr erfahren möchte, drücke den gleichnamigen Button! (Beitragsbild von Peter H auf Pixabay)

Gästeführungen ab 15.05.2020 wieder möglich

Die Sächsische Staatsregierung hat am 12.05.2020 weitere Lockerungen von Coronabeschränkungen beschlossen. Grundlage ist die neue Corona-Schutz-Verordnung, die am 15.05.2020 in Kraft tritt. Um die Ausbreitung des Virus Sars-COV-2 weiter einzudämmen, bleibt der Grundsatz der auf ein Mindestmaß zu reduzierenden allgemeinen Kontaktbeschränkungen, das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Meter und die für bestimmte Bereiche erlassene Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung auch weiterhin bestehen.

In der Verordnung erwähnt wird die Möglichkeit von Gästeführungen. Damit sind ab 15.05.2020 auch touristische Natur- und Landschaftsführungen, Nationalparkführungen, naturkundliche Wanderungen und Trekkingtouren wieder möglich. Unklar bleibt, welche konkreten Hygiene- und Schutzbestimmungen im Outdoorbereich einzuhalten sind. Eine Pflicht zum Tragen von Mund-Nase-Bedeckung im Outdoorbereich und eine Teilnehmerbeschränkung bei Gästeführungen enthält die Verordnung nicht. Die Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern ist zwar allgemein vorgeschrieben, in Wald- und Schutzgebieten auf schmalen Wegen und Pfaden und bei zufälligen Gruppenbegegnungen im Gegenverkehr jedoch nur schwer durchzusetzen. Unklar bleibt auch, ob für die in diesem Beitrag beispielhaft genannten Touren im Outdoorbereich ein Hygienekonzept zwingend erforderlich und welche Behörde zuständig ist, wenn diese Touren über mehrere kommunale und Landkreisgrenzen verlaufen. Es besteht also weiterhin Klärungsbedarf.

Den vollständigen Text der Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt finden Sie hier: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/236832

Die neue Corona-Verordnung tritt mit Ablauf des 5. Juni 2020 außer Kraft.

Wiederaufnahme des Vereinssports ab 04.05.2020 möglich

Auch wenn die auf dieser Seite angebotenen Wanderungen nichts mit Vereinssport zu tun haben, sind die folgenden Informationen des Landessportbundes Sachsen für in Vereinen organisierte Wanderer vielleicht interessant: https://www.sport-fuer-sachsen.de/sportnachrichten/detail/schrittweise-wiederaufnahme-des-vereinssports-ab-4-mai/ .

Man beachte aber das Kleingedruckte!

Alte Wege- neu entdeckt: Der historische Kammweg – Update!

Das Jahr 1902 ist noch jung, ein milder Frühling erfreut das Gemüt. Amand Paudler sitzt an seinem Schreibtisch in Böhmisch Leipa (heute: Ceska Lipa, Tschechische Republik) und lehnt sich zufrieden zurück. Er hat es geschafft: sein Wanderführer “Der neue Kammweg vom Jeschken zum Rosenberge” ist soeben fertig geworden. 60 km des neuen Höhenweges von der Jeschkenkoppe durch das Kreibitzer Bergland bis zum Rosenberg im Elbsandsteingebirge sind für die Nachwelt festgehalten. Ob er zu diesem Zeitpunkt schon ahnt, welche Begeisterung sein Werk auslösen wird, ist nicht überliefert.

Nur zwei Jahre später sind aus den anfänglichen 60 km inzwischen stolze 864 km geworden. Tatendurstige Mitglieder deutscher Natur- und Gebirgsvereine in Nordböhmen verlängerten Paudlers Weg nach Osten und Westen und markierten ihn durchgehend mit dem blauen Kammzeichen. Der neue Kammweg verläuft nun vom Hainberg bei Asch (tschechisch: Háj u Aše) auf den Kammlinien von Elstergebirge, Erzgebirge, Elbsandsteingebirge, Kreibitzer Bergland, Jeschken-, Iser- und Riesengebirge, Rehorn- und Adlergebirge bis zum Altvater (Praděd) im Altvatergebirge und ist zu seiner Zeit der längste Höhenwanderweg im deutschsprachigen Raum.

1905 veröffentlicht Dr. Franz Hantschel in Prag- Smichov seinen erweiterten “Kammweg- Führer von der Jeschkenkoppe bei Reichenberg bis zum Rosenberge bei Tetschen mit Berücksichtigung der anschließenden Kammwege” und verleiht damit dem aufstrebenden Gebirgs- und Wandertourismus in Nordböhmen neue Impulse. Der Kammweg trägt in jenen Jahren wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung der strukturschwachen Gebirgsregionen und zur Etablierung der für Nordböhmen typischen Bauden- Kultur bei. Er wurde mit einer Unterbrechung von 1914 bis 1918 bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges viel begangen. Mit dem Kriegsende kam seine Nutzung fast vollständig zum Erliegen. Der große Bevölkerungsaustausch im ehemaligen Sudetenland führte dazu, dass der Kammweg zunehmend in Vergessenheit geriet. Die neuen, aus dem Osten und dem Landesinneren umgesiedelten Bewohner der Grenzgebiete hatten ganz andere Probleme, als das kulturelle Erbe der vertriebenen Deutschen zu pflegen. Der Kammweg wurde aufgelassen, Markierungen entfernt. Nichts sollte mehr an seine Einrichter erinnern. Dennoch blieben die Wanderwege als solche überwiegend erhalten und wurden gemäß der tschechoslowakischen Markierungs- Systematik ummarkiert oder zu Fahrradmagistralen umgewidmet.

In den 1990-er Jahren begann die etappenweise Neumarkierung großer Abschnitte des ehemaligen Kammweges mit blauen und roten Kammzeichen. Diese Abschnitte wurden Bestandteil des europäischen Fernwanderweges E3.

Trotz aller Gründlichkeit gelang es jedoch nicht, alle Markierungen des alten Kammweges zu beseitigen. Das führte beim aufmerksamen Nordböhmen- Wanderer zu Neugier und gesteigertem Interesse an der Historie des Weges. Doch verlässliches Original- Kartenmaterial und alte Wanderführer aus der Zeit vor 1945 waren rar und schwer zu beschaffen. Schließlich half der beste Freund des Geduldigen, der gütige Zufall, tatkräftig mit. Die Recherche konnte also beginnen und das Ziel stand fest: “Wiederbeleben durch Begehen”. Die neu- alten Touren sollten folgende Kriterien erfüllen:

  • Start und Ziel sollen möglichst unkompliziert von Dresden aus mit ÖVM erreichbar sein.
  • Die einzelnen Etappen sollen aufeinander aufbauen und sowohl als Tagestouren als auch in Kombination mit weiteren Etappen und Zwischenübernachtung(en) als Mehrtagestouren durchführbar sein.
  • Die Etappen sollen möglichst auf der oder nah an der historischen Route verlaufen. Wo das nicht mehr möglich oder der Asphaltanteil unzumutbar hoch ist, müssen Alternativrouten durch vorheriges, experimentelles Wandern identifiziert werden.

Der bescheidene Rest war reine Fleißarbeit in der lichtarmen Zeit des Jahres.

Einige hundert Stunden später liegt nun das Ergebnis von Phase 1 vor:

  • Insgesamt können 20 Etappen über 406 km und 12.220 Höhenmeter sofort in Angriff genommen werden. Vorausgesetzt, die streng bewachten Grenzen unserer östlichen Nachbarn dürfen wieder ungehindert passiert werden und wir finden genügend freie Termine.
  • Die längste Etappe führt über ca. 32 km von Böhmisch- Zinnwald (Cinovec) nach Tissa (Tisa), die kürzeste über ca. 13 km auf dem Kolbenkamm zur Brauerei Trautenberk. Dort sollte nach Möglichkeit genügend Zeit für die Schlusseinkehr eingeplant werden.

In Phase 2 und 3 folgen die Planungen für weitere Etappen vom Wieselstein (Loucna) westwärts zum Hainberg bei Asch und ostwärts von Schatzlar (Žacléř ) zum Altvater.

Hier gibt es eine Zusammenstellung aller in Phase 1 geplanten – und ab sofort als Gutschein buchbaren – Touren: